Unsere Notstation existiert seit 2018. Seitdem haben wir schon über 500 Meerschweinchen aufgenommen und entweder in ihr endgültiges Zuhause vermittelt oder ihnen bei uns ein liebevolles Gnadenbrot ermöglicht.
Alles fing damit an, dass Urlaubstiere von uns nicht mehr abgeholt wurden und wir für diese kleinen Tiere ein neues Zuhause suchen wollten. Zeitgleich schloss eine damals große Notstation in der Region, von der wir unsere Meerschweinchen hatten, ihre Türen. Da haben wir uns gefragt: Warum bieten wir nicht selbst an, Tiere in Not aufzunehmen und ihnen ein schönes neues Zuhause zu suchen?
Damals starteten wir mit Platz für drei Schweinchen. Doch schon nach wenigen Wochen war die Nachfrage so groß, dass wir im ersten Monat bereits elf Meerschweinchen aufgenommen hatten. Da wussten wir: Unsere kleine private Haltung reicht nicht mehr aus – wir brauchen eine richtige Station nur für abgegebene Tiere.
Ich war damals erst 16 Jahre alt und musste meine Eltern erst einmal überzeugen. Dank meines Konfirmationsgeldes und weiterer Geschenke konnten wir schließlich ein Gartenhaus bauen. Eigentlich wollte ich Platz für 30 Schweinchen schaffen, musste mich aber zunächst auf 20 einigen. Als die erste Gartenhütte fertig war, waren die 20 Plätze allerdings sofort belegt. Dadurch sahen auch meine Eltern ein, dass ich den Platz wirklich brauchte. Bereits nach fünf Monaten bauten wir deshalb die erste Erweiterung für zehn weitere Tiere und das alles noch im Jahr 2018.
Mit der Zeit kamen auch immer mehr Urlaubsschweinchen dazu. Urlaubsbetreuungen hatten wir nämlich schon seit 2016 für Nachbarn und Freunde angeboten. Zusätzlich hatten wir noch vier Außengehege, in denen wir weitere Tiere halten konnten neben meinen damals noch privaten Meerschweinchen.
Im Sommer 2022, nach Corona, standen wir plötzlich mit ganzen 80 Meerschweinchen da. Zu dieser Zeit studierte ich und hatte glücklicherweise genug Zeit, um die Tiere alleine zu versorgen. Doch nach und nach wurde unsere Gartenhütte immer baufälliger, und die Sommerhitze immer stärker. Fast jeden Sommer mussten wir die Tiere deshalb aus der Hütte evakuieren.
Ende 2025 sind wir dann in unsere isolierte Doppelgarage umgezogen. Sie ist dreimal so groß wie unsere vorherige Station und trotzdem war auch dieser Platz schneller gefüllt als gedacht. Heute haben wir Platz für etwa 50 Tiere. Die Nachfrage hat inzwischen keineswegs nachgelassen.
Mittlerweile habe ich mich beruflich umorientiert und eine Ausbildung zum tiermedizinischen Fachangestellten begonnen, die ich im Jahr 2026 abschließen werde.
Wir sind gespannt, was die Zukunft noch bringt.
Unser Ziel ist es natürlich, so vielen Tieren wie möglich helfen zu können und unsere Urlaubsbetreuung weiter auszubauen und zu professionalisieren. Langfristig möchten wir in ein richtiges Haus beziehungsweise Geschäft ziehen, das ausschließlich für die Meerschweinchen und unsere Notstation genutzt wird.
Zusätzlich planen wir eine Notklappe für anonyme Abgaben sowie die Erweiterung unserer Rettungsarbeit nicht nur für Meerschweinchen, sondern auch für Kaninchen, Hamster und andere Kleintiere. Dafür fehlt uns momentan allerdings noch der nötige Platz.
Außerdem möchten wir in Zukunft wieder einen Onlineshop eröffnen, in dem man alles rund ums Kleintier kaufen kann insbesondere artgerechtes Zubehör, Gehege, Futter und Verbrauchsmaterialien. Neben einem normalen Vollzeitjob ist das derzeit jedoch nur schwer umzusetzen.
Allein die Koordination der Station und der Urlaubsbetreuung bringt mich oft an meine Grenzen, da ich praktisch jede freie Minute mit der Versorgung unserer Tiere oder dem Kontakt mit Kunden beschäftigt bin. Deshalb brauchen wir dringend weitere freiwillige Helfer, die uns in der Notstation unterstützen.
Ein großer Traum wäre es natürlich auch, irgendwann eine feste Person für die Tierpflege einstellen zu können. Da wir jedoch komplett spendenbasiert arbeiten und keine Förderungen erhalten, wird das in naher Zukunft leider nur schwer möglich sein.
